7. Januar 2009

2009? Ick freu mir!

von Nicolas Kittner

Ist ja 2009, Kinders wie die Zeit vergeht. Entgegen der allgemeinen Stimmung freue ich mich auf das neue Jahr - auch in Bezug auf unsere kleine Unternehmung hier. Ich glaube, gerade 2009 wird ein gutes Jahr für innovative, kleine Agenturen.

Dass die großen Agenturen jetzt Schwierigkeiten bekommen, ist ja nicht soo überraschend. Wer sich jahrelang auf Modellen aus dem letzten Jahrhundert ausruht, der sollte sich nicht wundern, wenn es kriselt. Die Kunden schauen ab jetzt etwas genauer hin bevor sie ihre Multi-Millionen-Budgets für Spot-Produktion und Media-Buchungsmassaker ausgeben.

Also werden neue Parolen ausgerufen, Pull- anstelle von Push-Kommunikation, Dialog und sowas (aber nicht mit diesen Blogs, die sind voll doof und schreiben immer was sie wollen), mündiger Verbraucher. Ach Mensch, herzlich willkommen im 21. Jahrhundert, schön Sie hier auch mal zu sehen.

Ich will mich nicht beschweren – solange die Großen weiterhin das gleiche unter anderem Namen machen haben kleine Agenturen die Chance unterm Radar der Branche neue Ideen und Modelle zu verwirklichen.

Und es gibt bereits einige spannende Modelle:

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CircleCulture: schon seit ein paar Jahren am Start, beschäftigen sich die Damen und Herren viel mit urbaner Kultur, Street Art und Mode. Zusätzlich betreibt CC: eine Galerie in Berlin und ein Online-Magazin. Das Ergebnis sind Kommunikationsmaßnahmen, die glaubwürdig ein subkulturelles und meinungsführendes Publikum ansprechen und vor allem für Modemarken wie Nike neue Wege der Markenkommunikation gehen (z.B. der Nike Spirit Room).
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Black Belt Monkey: knapp ein Jahr alt, macht die kleine Online-Agentur ordentlich von sich reden. In den Branchenblättern liest man immer mal wieder von den Hamburgern. Die Website ist super (und mehrfach prämiert), die Arbeiten machen Lust auf mehr. Das Geschäftsmodell ist nicht sonderlich neu: außergewöhnliche Kreation für das Web. Der Vorteil ist: sie haben das Web verstanden, sie faseln nicht von Dialog und Pull. Sie machen es einfach. Außerdem sieht’s super aus.
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Breitenbach/Brown: Sicherlich die außergewöhnlichste Idee zur Zeit. Die beiden bekannten Blogger erarbeiten im öffentlich sichtbaren Dialog ihr Geschäftsmodell – und wollen dabei vor allem keine Agentur sein. Ich finde es sehr spannend, ohne dabei zu ahnen, was am Ende wirklich rauskommt. Aber bei einer Sache bin ich mir sicher: Wer so bedacht ist, keine Agentur zu sein, der wird am Ende doch eine. Trotzdem ein extrem interessanter Ansatz.

Und wir? Wir machen hier einfach mal weiter. Bringt gerade so viel Spaß. Aber wir machen uns natürlich auch Gedanken über das Geschäftsmodell. Philipp von Pivot Media und ich arbeiten inzwischen so eng zusammen, dass wir fast schon als eine Agentur wahrgenommen werden. Was also liegt näher als genau das auch mal offiziell zu machen? Aber dazu mehr in den nächsten Wochen.